Heute vor 190 Jahren…

Welches Ereignis sich mit dem 8. Juli 2026 verbindet, wissen Dampferfans natürlich genau:

Heute vor 190 Jahren war es, als zwölf Dresdener Bürgern das königlich-sächsische Privileg zum Betrieb der Dampfschifffahrt auf der Oberelbe erteilt wurde!

Ein Jahr später nahm das erste Dampfschiff „Königin Maria“ den Fahrbetrieb auf.

Ihre Landungsbrücken hatten die Schiffe von Beginn an am Dresdener Terrassenufer. Der Bauplatz der ersten Jahre befand sich auf der Vogelwiese.

Ab 1855 entstanden auf der Werft Dresden-Blasewitz 43 Dampfschiffe. 1898 zogen die Anlagen nach Laubegast um, wo acht Dampfer gefertigt wurden.

Hatten die Gründungsväter vor allem den Güterverkehr im Blick, erwies sich recht bald schon die Mitnahme von Passagieren als bedeutsam. Somit trug die ab 1865 als Sächsisch-Böhmische Dampfschifffahrt firmierende Gesellschaft maßgeblich zur Entwicklung des Tourismus bei.

Um die Jahrhundertwende wurde der Höhepunkt in der Firmenhistorie erreicht: Sage und schreibe 37 Dampfer beförderten seinerzeit mehr als 3,6 Millionen Fahrgäste im Jahr!

Herbe Einschnitte brachten die beiden Weltkriege mit sich. Nach dem ersten Weltkrieg und infolge der Weltwirtschaftskrise mussten mehrere Dampfer verkauft werden. Im zweiten Weltkrieg wurden einige Schiffe beschädigt, danach mussten jeweils sechs Dampfer als Reparationsleistungen an die Sowjetunion und die Tschechoslowakei abgegeben werden.

Zu DDR-Zeiten dampften die Schaufelraddampfer ab 1956 unter der Flagge der „Weißen Flotte“, entsprechend auch ihres, seit 1928 üblichen weißen Anstrichs. Ab Mitte der 1960er Jahre fuhren auch vier dieselelektrische Seitenradschiffe auf der Elbe. In den Folgejahren mussten einige Dampfer außer Dienst gestellt werden.

Dass der Seitenraddampfer mit der in Teilen ältesten Schiffsdampfmaschine der Welt, „Diesbar“, als Technisches Denkmal gerettet und wieder in Dienst gestellt werden konnte, war maßgeblich unserer Fachgruppe Elbeschiffahrt zu verdanken. 1984 mit dem Ziel einer aktiven Traditionspflege gegründet, leisteten die Mitglieder 3.500 ehrenamtliche Stunden für den Wiederaufbau des Schiffes.

Zur Wendezeit stand die Zukunft der Raddampfer noch einmal in Frage.

Mit Gründung der Sächsischen Dampfschifffahrtsgesellschaft im Jahr 1992 wurde den Oldtimern aber neues Leben eingehaucht. Bis 1994 erfuhren acht Dampfer eine Sanierung und Rekonstruktion im historischen Stil. Im Jahr 2000 wurde der Dampfer „Krippen“ wieder in die Flotte eingegliedert, der außerdem zwei moderne Salonmotorschiffe angehören.

Nach der Insolvenz der Gesellschaft im Jahr 2020 wird die „älteste und größte Raddampferflotte der Welt“ inzwischen unter dem Dach der UNITED WATERWAYS als Weiße Flotte Sachsen GmbH betrieben.

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums finden zahlreiche Veranstaltungen statt, von der „Zeitreise“ über mehrere Schiffsparaden und das bevorstehende Festwochenende vom 10. bis 12. Juli 2026. Dazu feiern drei Dampfer runden Geburtstage. Ein besonderer Höhepunkt verspricht der „Elbzauber“ mit Stars wie Camilla Nylund und Howard Carpendale am 5. September 2026 zu werden.

Zu ihrem 190. Jahrestag gelten der Dresdener Flotte die herzlichsten Glückwünsche, auf dass sie auch in Zukunft viele Menschen erfreuen wird.

Jubiläumsjahr – Sächsische Dampfschifffahrt

Fotos: Sammlung Fachgruppe Elbeschiffahrt / Michael Hillmann

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